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Strassen sind keine Schulen

Am frühen Sonntagnachmittag wurde ein Zebrastreifen in Zürich Nord zur Bühne einer speziellen Aktion. AktivistInnen der Jungen Grünen Zürich richteten sich auf den gelben Streifen kurzerhand ihr Schulzimmer ein. So wurde die Strasse zum Schauplatz von Leseübungen, turnerischen Einlagen, Biologie- und Chemieunterricht. Der Unterricht musste jedoch alle paar Sekunden unterbrochen werden, weil die Ampel wieder auf Rot wechselte. "Als Klassenzimmer oder Turnhalle ist eine Strasse mit all den Autos ganz offensichtlich wenig geeignet", sagt Felix Neff, Geschäftleitungsmitglied der Jungen Grünen Zürich. Mit dieser Aktion machen die Jungen Grünen auf die gefährlichen Konsequenzen bei einer Annahme der sogenannten „Milchkuhinitiative“ aufmerksam.

Die Initiative der Asphaltlobby verlangt, dass sämtliche Abgaben der StrassenbenutzerInnen für den Ausbau und Unterhalt der Strasseninfrastruktur eingesetzt werden. Die Annahme würde ein grosses Loch in die Bundeskasse reissen, was zwangsmässig zu Sparübungen in vielen Bereichen führen würde. Unter anderem wäre wiederum die Bildung betroffen. Die Jungen Grünen wehren sich gegen diese unsinnige Zweckgebundenheit einer Steuer. Weitere Mittel für die Strassen führen bloss zu noch mehr Autoverkehr und Staus mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung. Denn während dem die Kosten für die AutofahrerInnen in den letzten Jahren real konstant geblieben sind, steigen die Kosten, welche der motorisierte Individualverkehr der Allgemeinheit aufbürdet. Der immer offensichtlicher werdende Klimawandel ist dabei nur die Spitze vom Eisberg, bestehend aus Kosten für Luftverschmutzung, Lärm, Unfälle, Zerschneidung von Städten und vielem mehr.

"Ein Nein am 5. Juni verhindert somit bloss eine weitere Bevorzugung der AutofahrerInnen. Ein solches sollten alle einlegen, die ein funktionierendes Bildungs- und Gesundheitssystem der weiteren Asphaltierung der Schweiz vorziehen", sagt Julian Croci, Vorstandsmitglied der Jungen Grünen Zürich.

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