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«Plastic Attack» gegen Plastikzwang der Grossverteiler

Die Jungen Grünen Zürich luden zur ersten «Plastic Attack» in Zürich. Teilnehmende Kund*innen der Migros Limmatplatz befreiten ihren Wochenendeinkauf von den Plastikverpackungen und liessen diese in der Filiale zurück. So zeigten sie, welche Unmengen an Plastikverpackungen Kund*innen beim Einkauf aufgezwungen werden.

 

Die Schweiz hat ein Plastikabfallproblem. Mit jährlich 100 kg pro Kopf ist die Abfallmenge drei Mal so hoch wie der europäische Durchschnitt. Mit der „Plastic Attack“ fordern die Jungen Grünen Zürich die Grossverteiler auf, ihren Beitrag zur Problemlösung zu leisten. In einem offenen Brief, welchen die Jungen Grünen stellvertretend der Migros übergeben, schreiben sie unter anderem: «Besonders ist uns ein Dorn im Auge, wie viele Nahrungsmittel in Plastikverpackungen eingepackt sind. Unmengen von Plastik landen im Abfall und werden verbrannt. Das stellt eine riesige Umweltbelastung dar». Lea Wenger, Vorstand Junge Grüne Zürich, sagt dazu: «Die regelrechte Flut von Plastikverpackungen stört eine immer grösser werdende Anzahl an Konsument*innen. Sie erwarten zu Recht, dass die Grossverteiler ihre Verantwortung wahrnehmen. ».

 

Zu dem Plastikverpackungswahnsinn gibt es bereits innovative ökologisch vertretbarere Alternativen. Es braucht jetzt ein konsequentes Handeln der Grossverteiler. Selina Walgis, Geschäftsleitung Junge Grüne Zürich, betont: «Es ist scheinheilig und unglaubwürdig, wenn einerseits eine Gebühr für Plastiksäcke verlangt wird, andererseits aber zum Beispiel das Biogemüse mit unnötigem Plastik verpackt wird».

 

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Offener Brief an Migros

 

Zürich, 26. Mai 2018

 

Liebe Migros,

 

Es gibt einiges, was wir der Migros, die grossen Wert auf ein fortschrittliches und nachhaltiges Image legt, mitteilen möchten. Wir als Konsument*innen, aber auch als Jungpolitiker*innen, die oft im Austausch mit der Bevölkerung stehen, möchten nicht länger einfach zuschauen.

Besonders ist es uns ein Dorn im Auge, wie viele Nahrungsmittel in Plastikverpackungen eingepackt sind. Unmengen von Plastik landen als Folge davon im Abfall und werden verbrannt. Dies stellt eine riesige Umweltbelastung dar. Erste Schritte werden von der Migros bereits unternommen, das erkennen wir durchaus. Beispielsweise wurde eine Gebühr auf die Plastik-Säckli eingeführt, was wir als Schritt in die richtige Richtung sehen. Gleichzeitig ist es scheinheilig, wenn man vergleicht, in wie viel Plastik die Lebensmittel im Laden verpackt sind.

 

Wir wünschten allgemein viel weniger Plastik-Verpackungen. Beispielsweise könnte man beim Bio-Gemüse auf Plastik-Verpackungen verzichten und sie stattdessen mit einem Kleber oder Stempel beschriften. Bei anderen Produkten könnte man auf gut rezyklierbare Materialien setzen. Wenn Plastik, dann vermehrt PET, welches dann auch entsprechend recyclet werden kann. Oder warum nicht einen grösseren Schritt wagen und versuchsweise eine Unverpackt-Filiale eröffnen?

 

Wir wünschen uns Entwicklungen in diese Richtung und sind überzeugt, dass dieser Mut zur Veränderung belohnt werden würde, da es einen stets zunehmenden Teil der Kundschaft gibt, dem Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Dies erkennt man auch daran, dass wieder vermehrt an Märkten und in Bio- oder Unverpackt-Geschäften eingekauft wird.

 

Wir sind gespannt auf weitere Entwicklungen in die richtige Richtung und würden uns über eine Antwort von Ihnen freuen.

 

Freundliche Grüsse

 

Junge Grüne Zürich

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