Sich eine ganze Woche von weggeworfenen Dingen zu ernähren, ohne es zu müssen.
Sich eine ganze Woche keinem Supermarkt nähern – zumindest keinem Eingang.
Sich eine ganze Woche in Verzicht zu üben; Verzicht auf freie Wahl.
Das ist unser Experiment. Das Experiment: Containerwoche!
Aber weshalb tun wir so etwas?
Ganz einfach! Um ein Zeichen zu setzen!
In Industrieländern – wie unsere schöne Schweiz eines ist – landen knapp die Hälfte ALLER produzierten und zum Verzehr geeigneten Lebensmittel im Müll. Ein grosser Teil dieser Lebensmittel schafft es nicht einmal bis in den Supermarkt, geschweige denn auf unsere Esstische. Es gibt (ziemlich bescheuerte) Normen, die vorschreiben, wie ein Gemüse auszusehen hat; welches rot genug rot ist für eine Tomate, wie lang eine Gurke sein muss um eine Gurke zu sein und wie gross, klein, rund oder oval eine Kartoffel sein darf, um verkauft werden zu dürfen. Entspricht ein Gemüse nicht diesen Normen, wird es nicht einmal geerntet, sondern einfach wieder untergepflügt – es wäre Zeitverschwendung. Zeitverschwendung deshalb, weil des Händlers primäre Interessen nicht mehr der Ernährungsqualität, sondern der Handelsqualität gelten.
Wenn nun aber die Tomaten rot genug sind, die Gurken die ersehnte Länge erreicht haben und die Kartoffeln in gewünschter Fülle kugeln, dann bekommt alles sofort ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedrückt. Nicht verkauft bis zu diesem Datum: Müll. Frische Ware nicht verkauft bis zum Abend: Müll. Zu frischer Ware gehört nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Brot. Und da unsere Regale immer bis zum Abend gefüllt sein müssen, entsteht auf diese Weise eine absurde Menge „Müll“, wie man sich denken kann.
Mit unserem Experiment „Containerwoche“ wollen wir also ein Zeichen setzen, dass mehrere Dutzend Menschen eine ganze Woche von dem überleben, was andere – in gutem Zustand! – wegschmeissen.
Auf unserer Homepage berichten wir regelmässig über unsere Erlebnisse.