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Unterfeld

Schade, dass man in Zug nicht den Mut hat, auf dem zwar etwas ausserhalb gelegenen, mit Stadtbahnhaltestelle, Autobahnanschluss, Velo- und Fusswegen, aber perfekt erschlossenen «Unterfeld» etwas Besonderes zu bauen. Anstelle eines visionären Projekts, welches die Menschen in und um Zug nachhaltig beeindrucken und von dem man auch in Zukunft gerne und nicht ohne Stolz reden würde, entstehen auf dem schönen Areal ein paar neue, unspektakuläre Wohn- und Büroquader, die sich von all den anderen Wohn- und Büroblöcken in Zug und auf der ganzen Welt in nichts unterscheiden. Zug und Baar werden definitiv Grau in Grau zusammenwachsen – und niemand wird es merken. Als junger, an die Zukunft denkender Zuger frage ich mich da: Wieso wird eine unserer letzten freien Bauflächen dieser Grösse, wohl die letzte an derart vorteilhafter Lage, dafür geopfert? Der Platz in unserem schönen, aber kleinen Kanton ist doch begrenzt – müssten wir dann nicht etwas vorsichtiger damit umgehen und uns nicht mit der «erstbesten» Überbauung zufriedengeben? Klar, wir brauchen die versprochenen, bezahlbaren Wohnungen ganz dringend. Aber diese entstehen im Unterfeld nicht aus purem gutem Willen der Bauherrinnen, sondern weil diese Bauzone explizit dafür vorgesehen ist. Auf dem Areal würden also, auch nach einem Nein zum Unterfeld, auf jeden Fall günstige Wohnungen entstehen, vielleicht sogar noch mehr, als jetzt geplant sind. Und zwar hoffentlich, und mit dieser Hoffnung lege ich mein Nein in die Urne, im Rahmen eines Projekts, welches etwas mutiger, kreativer und zukunftsorientierter sein wird, und sich von anderen Überbauungen abzuheben und die Menschen in Baar und Zug zu begeistern vermag. Ein Projekt, welches das «Unterfeld» zu etwas Besonderem machen wird und von dem wir auch in Zukunft gerne reden werden.

Jonas Feldmann, Junge Alternative Zug

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