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Es geht nichts über Reduktion

Die heutigen Fissions-Reaktoren zur Stromerzeugung sind nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus moralischer und wirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar. Es ist also höchste Zeit, ein baldiges Ausstiegsdatum festzulegen um Investitionssicherheit zu garantieren und dadurch die Erneuerbaren zu fördern. Doch auf diesem Weg gilt es einiges zu beachten. Spätestens aus dem Beispiel Deutschland haben wir gelernt, dass unser Wohlstandsmodell, auf stetigem Wirtschaftswachstum beruhend, nicht klimafrei oder auch sonst frei von ökologischen Schäden zu haben ist. Ganz konkret ist das Phänomen, welches wir in Deutschland unter dem Stichwort „Energiewende“ erleben, eine schlimme o?kologische Verfehlung, die auch noch durch einen neuen moralischen Ru?ckenwind angetrieben, buchsta?blich befeuert, wird. So wird mit Kohlekraftwerken und Biogasanlagen ein regelrechter Amoklauf gegen die letzten integren Landschaften geführt – von der Klimabilanz eines Kohlekraftwerkes ganz zu schweigen. Das ist die Ausgangslage einer Energiewende, die suggeriert, stetig wachsende Energieverbräuche mit regenerativen Energiesystemen zu besänftigen. Grünes Wachstum setzt immer Rebound-Effekte voraus. Konkret wird im Beispiel Deutschland mit der Investitionsflut in Erneuerbare Einkommen erzeugt, das die Kaufkraft erhöht, welche wiederum nur mit höheren Energiemengen besänftigt werden kann. Niko Paech trifft den Nagel auf den Kopf: „Regenerative Energien lösen niemals ein ökologisches Problem, sie verlagern es nur.“ Die Erneuerbaren können mit den heutigen Technologien nicht unlimitiert genutzt werden. Neben der Angebotsseite der technisch umgerüsteten Energiesysteme muss also in erster Linie die Nachfrageseite transformiert werden. Die Reduktion des Energieverbrauchs kann also nur mit Einbezug von Suffizienz-Massnahmen erreicht werden. Wir werden nicht darum herumkommen, neben der Effizienz und Konsistenz auch diesen fundamentalen Aspekt zu berücksichtigen. So wird es uns gelingen mit dem resultierenden Niveau auf einen tiefen Endenergieverbrauch zu gelangen, der sich mit regenerativen Energien auf ökologisch verträgliche Weise befriedigen lässt.

Meo Sauter, Präsident Junge Grüne TG

P.S: 

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