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Schweizer Wolle, nicht nur von weissen Schafen

Die Gruppe wurde von Geschäftsführer Hans-Ueli Scherrer im Büro der fiwo emfpangen, Bei einem Willkommens-Kaffee berichtete er von den Anfängen der Firma, deren Ziele und Philosophie und beantwortete brennende Fragen von Seiten der Teilnehmenden.

Seit 2007 verarbeitet die fiwo Schweizer Schafswolle zu hochwertigen Produkten wie Nadelfilzteppiche, Bettwaren und Dämmplatten für die Isolation von Häusern. Die schadstoffneutralisierende Funktion sowie die feuchtigkeitsregulierende und luftreinigende Eigenschaft machen die Schafswolle zu einem optimalen und vor allem nachhaltigen Isoliermaterial. Dennoch waren Experten am Anfang skeptisch. "Man sagte uns, dass die Herstellung von solchen Dämmplatten technisch nicht möglich sei", erinnert sich Scherrer. Doch die Woll-Pioniere liessen sich nicht entmutigen und fanden durch unermüdliches Experimentieren schliesslich einen Weg, ihre Visionen zu realisieren. Inzwischen beschäftigt die fiwo rund 40 Mitarbeitende und verarbeitet pro Jahr bis 300 Tonnen Wolle, was einem Drittel der Schweiz anfallenden Menge entspricht.  

Nicht nur die Frage der Nachhaltigkeit spielt für die fiwo eine grosse Rolle, durch die Einstellung von Langzeitarbeitslosen ermöglichen sie diesen einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Der Stundenlohn ist zwar bescheiden angesetzt, doch wichtiger ist die Gewöhnung an eine regelmässige Tagesstruktur, was denn auch nicht immer gleich auf Anhieb klappt. "Aber wenn jemand um 7 Uhr nicht zur Arbeit erscheint, holen wir ihn zu Hause ab. Dadurch lernen die Angestellten, dass auf pünktliches Erscheinen Wert gelegt wird", schilderte Scherrer. Begleitet werden die Arbeitslosen von firmeninternen Sozialarbeitern, welche ihnen auch bei der Stellensuche behilflich sind. "Wir haben eine Vermittlungsquote von circa 50 %, was sehr hoch ist bei Langzeitarbeitslosen", erklärte Scherrer.

Nach der Einführung zeigte Hans-Ueli Scherrer den Jungen Grünen die Fabrikhallen. Da in der Schweiz (noch) keine Anlage für das Waschen der Wolle existiert, wird die Rohwolle dafür nach Belgien gefahren. Sämtliche restlichen Produktionsschritte werden jedoch am Schweizer Standort ausgeführt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Führung zeigten sich beeindruckt von den kuriosen Maschinen und den vielfältigen Erzeugnissen, die aus Schafswolle hergestellt werden können. Wolle, vermischt mit Algenextrakten werden beispielsweise zu Pellets gepresst und dann als Pflanzendünger eingesetzt. Schnell gingen die eineinhalb Stunden vorbei und nach einer weiteren Frage-Antwort-Runde machte sich die Truppe wieder auf den Heimweg nach St.Gallen.

Mehr Infos zur fiwo und deren Produkten findet man unter: http://www.fiwo.ch


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