Der 24. Juni wird als schwarzer Tag in die Geschichte Europas eingehen. Nachdem das Wahlvolk Grossbritanniens den Austritt aus der Europäischen Union beschlossen hat, steht Europa vor grossen Herausforderungen. In Zeiten von grassierendem Nationalismus und Fremdenhass sind progressive und linke Bewegungen gefragter denn je.
In dieser Situation braucht es eine gründliche Analyse darüber, wie man an diesen Punkt gelangen konnte und wie das europäische Projekt zum Vorteil aller weitergeführt werden kann. Die Entwicklung der EU betrifft nicht nur Europäer*Innen, sondern Menschen auf der ganzen Welt, welche im Moment von unmenschlichen Einwanderungsbedingungen betroffen sind.
Es ist klar, dass ein Teil des europäischen Projektes zumindest bis heute gescheitert ist. Die drei grossen Parteien in Europa - Konservative, Liberale und Sozialdemokraten - haben es bisher nicht geschafft, eine gerechte und freiheitliche Gesellschaft aufzubauen. Es ist nachvollziehbar, dass aufgrund der Sparpolitik in Bildung, Gesundheitswesen und Service Public viele Menschen den Wunsch nach grundlegender Veränderung verspüren. Die ungleiche Verteilung von Reichtum war und ist der Nährboden für Rechtspopulisten und faschistoide Bewegungen in ganz Europa. Diese liefern vermeintlich einfache Antworten auf hochkomplexe Fragen und sehen die Ursachen für viele Probleme bei der Immigration oder der Bürokratie in Brüssel.
Die Jungen Grünen in ganz Europa verurteilen undemokratische und neoliberale Instrumente der EU bereits seit geraumer Zeit. Lobbyisten von Grosskonzernen haben enormen Einfluss auf die europäische Politik, was sich beispielsweise bei Freihandelsabkommen wie TTIP negativ auswirkt. Deshalb braucht die EU grundlegende demokratische Reformen, um das Primat der Politik vor der Wirtschaft wieder herzustellen.
Die Jungen Grünen glauben an ein gemeinsames und solidarisches Europa, denn die gravierenden ökologischen, sozialen und humanitären Krisen lassen sich nur gemeinsam lösen. Ein geeintes Europa ist eine Chance dafür, eine friedliche, nachhaltige und gerechte Gesellschaft aufzubauen. Für dieses Ziel engagieren sich junge Menschen in Europa und auch in der Schweiz. Denn auch wir sind ein Teil des Kontinents Europa und seiner Zukunft.
Mit dem Ja zum Brexit wird die Lage in Europa nicht einfacher. Wir kämpfen weiterhin für eine offene Schweiz und ein solidarisches Europa und engagieren uns gegen Exponenten der SVP und andere Rechtspopulisten, welche Nationalismus und Fremdenhass aus der dunklen Vergangenheit des 20. Jahrhunderts wieder hervorholen.