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Radioaktiver Niederschlag in Grub AR? Zum Glück noch nicht!

Aktivistinnen und Aktivisten der Jungen Grünen haben heute Morgen in Grub AR Probemessungen zur Feststellung von radioaktivem Niederschlag durchgeführt. Solche Messungen wären nach einer Atomkatastrophe in der gesamten Schweiz notwendig.

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Grub AR wurden früh am Morgen schriftlich darüber informiert, dass die Nukleare Präventionsuntersuchung NPU Bodenproben zur Feststellung der Strahlenbelastung im Dorf entnehmen wird. Pünktlich um 9 Uhr fuhr ein schwarzer Kastenwagen beim Alterswohn- und Pflegeheim Weiherwies vor.

Nach ersten Entnahmen von Bodenproben auf der Wiese am Dorfrand wurden weitere Bodenproben angeordnet. Im Verlaufe des Morgens haben Bewohnerinnen und Bewohner Personen in Schutzanzügen in verschiedenen Teilen des Dorfes gesichtet.

Was heute nur eine Aktion im Vorfeld der Abstimmung vom 27. November war, zeigt klar, was nach einer Atomkatastrophe zum Alltag werden wird. «Falls es bei unseren alternden AKWs zu einem Unfall wie in Tschernobyl oder Fukushima kommt, wird auch die Ostschweiz davon betroffen sein.» sagt Manolito Steffen von den Jungen Grünen St. Gallen im Rahmen der Informationsveranstaltung am Ende der Probemessungen.

In der Schweiz stehen die ältesten Atomkraftwerke der Welt. Das AKW Beznau 1, welches seit über einem Jahr wegen Sicherheitsbedenken stillsteht, zeigt symptomatisch das Problem der alternden AKWs. Die Bauteile wurden für eine Laufzeit von 40 Jahren ausgelegt. Mit dem 47-jährigen AKW Beznau 1 führt die Schweiz aktuell ein risikoreiches Langzeitexperiment durch. «Es ist in den Ingenieurwissenschaften weit bekannt, dass die Fehleranfälligkeit gerade gegen Ende der ausgelegten Betriebsdauer massiv zunimmt. Man spricht dabei auch von der berühmten ‹Badewannenkurve›.» ergänzt Raphael Schär, Maschinenbauingenieur und Mitglied in der nationalen Arbeitsgruppe «Atomausstieg» die Ausführungen während der Informationsveranstaltung.

«Wir sind nicht bereit, die massiven Kosten zu tragen, die ein Super Gau in einem Schweizer AKW mit sich bringt.» betont Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen Schweiz. Das aus Kreisen der Gegner von einem überhasteten Ausstieg gesprochen wird, ist eine völlige Farce. In der Tat schafft die Initiative Planungssicherheit für die Energieversorgung und beendet die Langzeitexperimente mit unseren überalterten AKWs. Die Planungssicherheit ist insofern gegeben, als dass bei akuten Sicherheitsmängeln das betroffene AKW sowieso sofort heruntergefahren werden muss. Dass dann bei einem Nein zur Initiative sofort alternative Energiequellen bereitstehen ist mehr als fraglich. Die AKW-treuen Parteien spielen also nicht nur mit der Sicherheit der Schweizer Bevölkerung, sondern auch mit der Versorgungssicherheit und setzen uns alle einem unnötigen Risiko aus.

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