13.10.2011

Medienmitteilung

Waren es nun Kosovaren oder unsere Schweizer mit Migrationshintergrund?

Sehr geehrte Medienschaffende

Im untenstehenden offenen Brief, kritisieren die Jungen Grünen Zürich den Schweizer des Jahres (2006), unser "Köbi National" scharf für die abgebenen Wahlempfehlung für Christoph Blocher.

Herzlichen Dank für die Publikation.

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Sehr geehrter Köbi Kuhn,

Vor rund zehn Jahren leiteten Sie in der Schweizer Fussballnationalmannschaft einen grossen Umbruch ein. Dank vielen neuen, jungen und multikulturellen Kräften führten Sie das Schweizer Nationalteam auf den Weg des grossen Erfolges. Wir alle erinnern uns gerne an die zwei Europameisterschaften und die Weltmeisterschaft, welche wir in der Schweiz mit ihnen als Trainer erleben durften. Neben dem sportlichen Erfolg stand das Schweizer Nationalteam jedoch auch für die gelungene Integration und die verschiedenen Kulturen und Nationen, welche unser Land stark und erfolgreich machten und auch heute noch machen. Spieler, wie Johann Djourou, Philippe Senderos, Gökhan Inler oder Blerim Dzemaili schafften unter ihnen den Schritt ins Nationalteam und verkörpern heute mit vielen anderen die neue, offene Schweiz. Dass nun ausgerechnet Sie Herr Kuhn, der Baumeister dieses Erfolgs, im Wahlkampf den SVP-Ständeratskandidat Christoph Blocher unterstützen, macht uns Junge Grüne darum tief betroffen. Ist es doch genau die SVP unter der Führung von Christoph Blocher, welche die Bevölkerung in unserem Land spalten will, Ausländer und Secondos verunglimpft und die Einwanderung auf ein Minimum reduzieren will. Schicksale, Menschenleben und Menschenrechte spielen dabei keine Rolle. Sie Herr Kuhn, wurden im Jahr 2006 zum Schweizer des Jahres gewählt und in unserem Land als „Köbi national“ gefeiert. Sie werden in der Bevölkerung auch heute noch geschätzt und für ihren Erfolg bewundert. Darum irritiert uns, wie wenig Sie heute an jene denken, welche ihren Erfolg möglich machten. Die Forderungen, welche die SVP und Christoph Blocher seit Jahren stellen, hätten unser Land sportlich, aber vor allem auch wirtschaftlich und kulturell nie auf den heutigen Stand gebracht. Herr Kuhn, als Fussballtrainer sollten sie wissen, dass dieser Sport Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt verbindet und sie in diesem Spiel vereint. Vor jedem Fussballspiel wird gegen Gewalt, zu mehr Fairness und gegen Rassismus aufgerufen. Die Plakate und der Ton der SVP missachten jegliche dieser Forderungen. Herr Kuhn, unterstützen Sie die verbale Gewalt, mit welcher die SVP Ausländer und Secondos tagtäglich attackiert wirklich? Ist es fair eine ganze Bevölkerungsschicht als Diebe, Vergewaltiger und Mörder darzustellen? Finden Sie es förderlich, dass ganze Städte, Dörfer und Bahnhöfe mit menschenverachtenden, rassistischen und populistischen Plakaten zugepflastert werden? Schlussendlich Herr Kuhn, unterstützen Sie wirklich die Hooligans der Politik? Als ehemaliger Nationaltrainer finden wir dies untragbar. Wir sind enttäuscht vom Trainer, der uns einst so stolz auf unser kleines Land sein liess. Eine Woche geht es noch bis zu den Wahlen. Zeit für Sie nachzudenken, woher ihr Erfolg kommt, wer dazu beigetragen hat und wie er auch in Zukunft weitergeführt werden kann. Sportlich, wirtschaftlich und nicht zuletzt gesellschaftlich!

In grosser Hoffnung, 
Junge Grüne Zürich

Alma Redzic
Kantonsrätin, Präsidentin Junge Grüne Zürich, Nationalratskandidatin
078 660 53 22

Junge Grüne Zürich
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