Medienmitteilung

Post: Ist der Staatsbetrieb ein Lohndumper ?

Die Post setzt bei der Verarbeitung von unzustellbaren Briefen auf Vietnam und baut die dortige Niederlassung weiter aus. Obwohl sich die Post zu 100% im Besitz des Staates befindet, verlagert sie in den letzten Jahren systematisch Arbeitsstellen ins Ausland. Die Jungen Grünen fordern vom Bundesrat einen Bericht zu den Arbeitsbedingungen von Mitarbeiter*Innen, welche direkt oder indirekt Aufträge der Post im Ausland erfüllen.

Da der starke Franken, Rationalisierung und globale Konkurrenz Schweizer Arbeitsplätze bereits unter Druck setzen ist es unverantwortlich, wenn auch der Staat Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. So beschäftigt die Post mindestens 7921 Mitarbeiter*Innen ausserhalb der Schweiz. Schuld daran ist auch der bürgerliche Bundesrat, welcher von der Post mittels einer Vorgabe die Wahrnehmung von profitablen Wachstumsmöglichkeiten ausserhalb der Grundversorgung im Ausland fordert.

Ungeklärt sind zudem die Arbeitsbedingungen. Während die Post in ihrem Ethikkodex für Schweizer Arbeitende die Einhaltung von Lohngleichheit zwischen Mann und Frau und die Bezahlung von branchen- und regionsüblichen Löhnen vorsieht, gilt im Ausland lediglich die Einhaltung der Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO-Kernübereinkommen).

Die Jungen Grünen fordern vom Bundesrat einen Bericht über die Arbeits- und Lohnbedingungen der Arbeitsnehmenden im Ausland. „Ein Staatsbetrieb muss seine soziale Verantwortung im In- und Ausland wahrnehmen. Wenn ein Staatsbetrieb Gewinnmaximierung mithilfe von Arbeitsplatzverlagerung betreibt ist es schlicht ein Skandal“, so Judith Schmutz, Co-Präsidentin der Jungen Grünen. Denn während die Post in Can Tho (Vietnam), wo sie mindestens 1200 Angestellte hat, lediglich Lohnkosten von Fr. 137.50 verbuchen muss, bekommt ein Schweizer Postangestellter mindestens 3846 Fr. Lohn pro Monat.

Die Post hat die letzten Jahre bereits Tausende von Arbeitsstellen in der Schweiz abgebaut. Luzian Franzini, Co.-Präsident der Jungen Grünen hält abschliessend fest: "Das Verhalten der Post bzw. die Vorgaben der bürgerlichen Politik sind ein weiterer Beweis, dass ökonomische Sachlogik bei Allgemeingütern und im Service Public fehl am Platz ist.»

Judith Schmutz
Co-Präsidentin JGS
079 665 81 65

Luzian Franzini
Co-Präsident JGS
079 781 77 36

Maja Haus
Generalsekretariat JGS
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