Jenische Minderheit: Gesetzesgrundlage endlich umsetzen
30 Jahre nach der offiziellen Entschuldigung von Bundesrat Alphons Egli wird das jenische Nomadenvolk noch immer nicht komplett akzeptiert und anerkannt. Die Politik muss endlich handeln
Die Jenische, eine fahrende Minderheit, welche schon seit eh und je zur Schweiz gehört, wurden vor allem im 20. Jahrhundert massiv verfolgt und diskriminiert. Das „Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse“ der Stiftung Pro Juventute, das vom Bund unterstützt wurde, hat zwischen 1926 und 1973 knapp 600 jenische Kinder von ihren Eltern getrennt und bei Pflegeeltern, in Heimen oder Anstalten fremdplaziert und zwangsintegriert. Weiter wurden Jenische zwangssterilisert und kastriert.
Heute vor 30 Jahren entschuldigte sich der damalige Bundespräsident Alphons Egli offiziell für diese Gräueltaten. Auch wenn diese Volksgruppe nicht mehr verfolgt wird, bleibt viel Handlungsbedarf. Die Jenische sind seit 1998 offiziell als Schweizer Minderheit anerkannt. Obwohl Kantone und Gemeinden dazu verpflichtet sind, entsprechende Standplätze zur Verfügung zu stellen, haben Fahrende heute massive Probleme geeignete Orte zu finden.
Die Jungen Grünen fordern:
- Die Bereitstellung von kantonalen und kommunalen Standplätzen für Fahrende
- Die Aufarbeitung der Verfolgung und Diskriminierung dieser Volksgruppe u.a. mit der Aufnahme dieses Themas in den geschichtlichen Lehrplan.
"Die Schweiz als ein Land mit vielen verschiedenen Volksgruppen und Sprachen muss mit Vorurteilen gegenüber Fahrenden aufräumen und allen Minderheiten eine rechtsstaatliche und menschenwürdige Lebenssituation garantieren.", so Judith Schmutz, Co-Präsidentin Junge Grüne Schweiz.

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