Medienmitteilung

Atomkraft: Erdbebengefahr höher als bisher behauptet

Das Atomaufsichtinspektorat ENSI informierte heute über die Neubeurteilung der Sicherheitsgefährdung von Atomkraftwerken in der Schweiz. Wenig überraschend: Die nach Fukushima präsentierten Berechnungen sind zu optimistisch. So ist die Gefährdung für die Bevölkerung bei einem Erdebeben in der Realität um einiges höher.

Bis 2020 haben die Betreiber der Schweizer Atomkraftwerke Zeit, um Sicherheitsnachweise zu erbringen. Die danach nötigen Nachrüstungen werden dann wohl noch weitere Jahre dauern. Die Jungen Grünen begrüssen die neuen Erkenntnisse der ENSI, sind jedoch sehr kritisch gegenüber den Fristen und der Geschwindigkeit der Nachrüstungen. Denn nach 2020 dürften weitere Jahre vergehen, bis die erforderlichen Nachrüstungen endlich vorgenommen werden.

Für die finanziell bereits angeschlagenen AKW-Betreiber gehen ökonomische Überlegungen seit Jahren den Sicherheitsstandards vor. "Auch wenn AKWs irgendwann nach 2020 die neuen Anforderungen erfüllen, muss eine Eisenbahnschiene immer noch eine 10 mal höhere Sicherheit aufweisen“ stellt Luzian Franzini, Co-Präsident Junge Grüne Schweiz fest. Denn die Schweizer Atomkraftwerke müssen in Zukunft Erdbeben standhalten, die sich einmal in 10'000 Jahren ereignen können. Eine Eisenbahnschiene muss heute so ausgelegt sein, dass die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls bei weniger als ein mal pro 100'000 Jahren liegt.

Die Jungen Grünen fordern strengere Sicherheitsstandards und den sofortigen Atomausstieg. Nur so lässt sich eine innovative Stromwirtschaft ohne Gefährdung der Schweizer Bevölkerung aufbauen und betreiben.

Kontakt:

Luzian Franzini
Co-Präsident JGS
079 781 77 36

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Generalsekretariat JGS
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