CVP-Regierungsrat Guido Graf fordert in einem Brief an Bundespra?sidentin Simonetta Som- maruga, dass Asylsuchende aus Eritrea nicht mehr la?nger als Flu?chtlinge anerkannt werden sollen. Damit will er seinen asylpolitischen Versa?umnissen im Bereich der Unterbringung von Asylsuchenden entgegenwirken. Dabei scheint Guido Graf anscheinend mehr u?ber die Zusta?nde in der eritreischen Diktatur zu wissen, als ausgewiesene Expertinnen und Experten der UNO, Flu?chtlingswerken und des Staatssekretariat fu?r Migration (SEM) zusammen.

Medienmitteilung

Fundraising: Junge Grüne schicken Regierungsrat Guido Graf nach Eritrea

Einweg-Ticket nach Asmara (Eritrea)

CVP-Regierungsrat Guido Graf fordert in einem Brief an Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, dass Asylsuchende aus Eritrea nicht mehr länger als Flüchtlinge anerkannt werden sollen. Damit will er seinen asylpolitischen Versäumnissen im Bereich der Unterbringung von Asylsuchenden entgegenwirken. Dabei scheint Guido Graf anscheinend mehr über die Zustände in der eritreischen Diktatur zu wissen, als ausgewiesene Expertinnen und Experten der UNO, Flüchtlingswerken und des Staatssekretariats fu?r Migration (SEM) zusammen.

Die Jungen Grünen sind der Meinung, dass Guido Graf sich selber ein Bild der Situation in Eritrea machen sollte. Deshalb sammeln sie Geld fu?r ein Flugticket in die eritreische Hauptstadt Asmara.

Junge Grüne offerieren Guido Graf den Hinflug

Die Jungen Grünen starten eine Fundraising-Kampagne fu?r ein Einweg-Ticket in die Eritreische Hauptstadt Asmara. Turkish Airline bietet mit gut CHF 1316.40 und nur einem Zwischenstopp einen Flug nach Asmara an. Die Geldsumme wird über die Fundraising-Plattform www.100-days.net gesammelt. „Spenden für eine solches Anliegen zu sammeln, ist ambitioniert“, meint Co-Präsidentin Jana Aregger. Die Jungen Grünen machen es den Wohltätigen jedoch leicht: Lehnt Guido Graf das Geschenk ab, wird das gesammelte Geld der Schweizer Flüchtlingshilfe gespendet. Die Kompensation des CO2-Ausstosses, welcher beim Flug versursacht wird, übernehmen die Jungen Grünen natürlich aus ihrer Parteikasse.

Genügend Zeit im Gepäck fu?r die Rückreise

Ziel ist, dass Graf seine Reise in den Herbstferien antreten kann. Die Jungen Grünen gehen davon aus, dass Guido Graf das Angebot fu?r diese Horizonterweiterung nicht ausschlägt – ist doch die Situation in Eritrea laut Eigenaussagen gar nicht so gravierend. Ein Besuch sollte sich dementsprechend bestimmt lohnen. Die Jungen Grünen erhoffen sich, dass Graf die Rückreise nach Europa über den Landweg sowie das Mittelmehr wählt, um so seinen Besuch in Eritrea authentisch und realitätsnah abzurunden. Fu?r den Regierungsrat wäre es eine Möglichkeit, einen Blick über den Bürorand zu wagen und neue Erfahrungen abseits von Paragrafen zu erlangen.

Wirkliche Situation in Eritrea und warum Guido Graf sich irrt

Die Menschen in Eritrea werden systematisch unterdrückt. Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen hat im Bericht zur Situation in Eritrea festgehalten, dass Religions-, Bewegungs-, Meinungsässerungs- und Versammlungsfreiheit fehlen. Die Menschen sind willkürlichen Tötungen, Verhaftungen und Folter gnadenlos ausgesetzt. Auch die Hilfsorganisation Amnesty International fordert einen Abschiebestopp fu?r eritreische Flüchtlinge – da Flucht in Eritrea Hochverrat bedeutet und mit unmenschlichen Gefängnisstrafen einhergeht. Zudem werden Männer wie Frauen zum Militärdienst gezwungen. Dieser dauert offiziell nur 18 Monate – in Wirklichkeit dehnt das diktatorische Regime diese Dauer bis zum 50. Lebensjahr aus und missbraucht die Dienstzeit fu?r Zwangsarbeit. Alles Bedingungen, die ein menschenwürdiges Leben nicht zulassen.

Die Situation ist eindeutig: Eritreische Asylsuchende müssen als Flüchtlinge aufgenommen werden. Diese Situation zu leugnen, zeugt von einer unchristlichen Haltung dem Leben gegenu?ber. Die Jungen Grünen distanzieren sich deutlich von der Luzerner Regierung und Regierungsrat Guido Graf und fordern analog zu den Grünen Schweiz: Schutz statt Hetze (http://www.schutzstatthetze.ch/).

Hier finden Sie das Fundraising-Projekt:

http://www.100-days.net/de/projekt/eritrea-einfach