Medienmitteilung

Ohne Tunnel kein Sparzwang

Am letzten Sonntag hat eine deutliche Mehrheit der Zugerinnen und Zuger den Bau eines teuren Tunnels abgelehnt. Das gibt uns in Zug einerseits die Möglichkeit, ein nachhaltigeres und wirksameres Verkehrskonzept zu erarbeiten - und entlastet ausserdem unser Budget enorm. Die Stadt Zug hätte 100 Millionen, der Kanton 235 Millionen für den Tunnel bezahlt, zusätzlich zur halben Milliarde aus der Strassenbaufinanzierung und der Motorfahrzeugsteuer.

Geld also, welches nun für andere Projekte zur Verfügung steht. Geld, welches Kanton und Stadt Zug in der aktuellen Jahresrechnung fehlt, weil die Zuger Regierung weiter auf der desaströsen und (für 99% der Bevölkerung) unprofitablen Tiefsteuer-Misswirtschaft beharrt und lieber an allen Ecken und Enden spart, anstatt das Problem endlich zu lösen.

Und gespart wird natürlich immer da, wo es die gut betuchten Bürgerlichen selber nicht spüren: Bei Senior_innen, Familien, Jungen. Die neusten Spar-Schnapsideen zielen auf den öffentlichen Verkehr (weniger Busse (zB. Linie 3) und weniger S-Bahnen (zB. S24)) und auf die Bildung (an der Kantonsschule werden Klassen zusammengelegt, Lehrpersonen erhalten weniger Lohn, Beiträge an Matura- und Studienreisen werden gestrichen), beides Ressorts, wo es erneut uns Junge trifft.

Diese Sparmassnahmen sind eine Frechheit. Aber glücklicherweise verfügt der Kanton Zug seit letztem Sonntag wieder über 235 Millionen Franken, die ja nun nicht im schwarzen Loch verschwinden.

Wir fordern die Zuger Regierung deshalb auf, die geplanten Sparmassnahmen in Bildung und öffentlichem Verkehr angesichts dieser nun entspannteren finanziellen Situation sofort rückgängig zu machen.

Natürlich kann längerfristig nur ein grundsätzlicheres Umdenken und ein faireres, nicht am Wohlergehen von multinationalen Konzernen und reichen Expats sondern demjenigen der Zugerinnen und Zugern orientiertes Steuersystem die Lösung sein. Aber vorerst sollten wir im Wenigsten darauf verzichten, ein nicht mehr vorhandenes Defizit zu beweinen und unsere Jugend kaputtzusparen.

Alessandro Perucchi
Präsident Junge Alternative Zug
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