Medienmitteilung

Zersiedelungsinitiative heute lanciert

1.1 Quadratmeter Landwirtschaftsland geht pro Sekunde verloren. Dies ist zum grössten Teil dem steigenden Flächenverbrauch für Wohnbauten zuzuschreiben. Mit der heutigen Lancierung der eidgenössischenVolksinitiative „Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ in Bern stellen sich die Jungen Grünen Schweiz dem kontinuierlichen Landfrass entgegen.

 

„Es geht um die Zukunft unserer Generation. Wir wollen eine Schweiz mit Natur, Grünflächen und Landwirtschaft, keine Betonwüste“, so Andreas Lustenberger, Co-Präsident der Jungen Grünen Schweiz, an der heutigen Pressekonferenz zur Lancierung der Zersiedelungsinitiative. Die Initiative verlangt einen Einzonungsstopp und klare Regeln für Bauten ausserhalb der Bauzonen. Die Schweiz muss sich dem Schutz der verbleibenden Landreserven und einer nachhaltigen Siedlungspolitik auf nationaler Ebene verpflichten – denn die sozialen und ökologischen Folgen der Zersiedelung sind gravierend. Wie und wo wir wohnen bestimmt viele Bereiche des Lebens. „Die Zersiedelung zerstört nicht nur Natur und fruchtbares Agrarland, sondern ist auch verantwortlich für das immer grösser werdende Verkehrsaufkommen. Denn wer dezentral wohnt, muss für die Arbeit, das Einkaufen und Freizeitaktivitäten weite Strecken zurücklegen“, so Andreas Lustenberger.

 

Das Raumplanungsgesetz reicht nicht

„Die grösste Schwäche des RPG ist, dass kein Limite für die Bauzonen vorhanden ist. Es wird einmal eingezont für den Bedarf der nächsten15 Jahre. Wenn diese Fläche aber überbaut wurde oder plötzlich doch mehr Bedarf besteht, kann weiterhin Teil für Teil eingezont werden. Es wird also keinen Einzonungsstopp geben, wenn wir nur auf das RPG setzen“, so die Grüne Nationalrätin Aline Trede an der Pressekonferenz. Solange immer weiter eingezont wird, wird es auch keinen Anreiz zur inneren Verdichtung geben. Der von der Initiative vorgesehene Einzonungsstopp zielt deshalb darauf ab, dass die Gesamtmenge an Bauzonen konstant bleibt. Gemeinden können aber Bauland untereinander abtauschen. Dies garantiert, dass die verbleibenden Reserven auch dort eingesetzt werden können, wo sie benötigt werden.

 

Lebendige, nachhaltige Siedlungen statt Schlafstädte

Während immer mehr Landwirtschaftsland verloren geht, schreitet die Anonymisierung der Agglomerationen voran. Die Zersiedelungsinitiative legt deshalb bei der inneren Verdichtung Wert auf Wahrung oder gar Steigerung der Lebensqualität: Statt anonymer Schlafstädte sollen lebendige, nachbarschaftliche Siedlungen gefördert werden. Das Bauen nachhaltiger Quartiere bedarf heute aber zum Teil Sondernutzungszonen und einer ganzen Reihe an Ausnahmeregelungen (z.B. bei der Parkplatzpflicht). Dies erschwert den Bau massiv. Dank der Initiative sollen deshalb auch die administrativen Hürden für nachhaltige Quartiere abgebaut werden.

 

Lassen wir uns die Zukunft nicht verbauen

Begleitet wurde die heutige Medienkonferenz mit einer bildstarken Aktion auf dem Waisenhausplatz: Symbolisch wurde dargestellt, was uns erwartet, wenn der Zersiedelung weiterhin freien Lauf gelassen wird. Die Fotos finden Sie angehängt.

 

 

Anhang:

Fotos

Initiativtext

Erläuterungen

Argumentarium

Reden

 

Auskunft:

Andreas Lustenberger
Co-Präsident JGS
Präsident Verein für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung
076 523 80 38

 

Basil Oberholzer
Präsident JG St. Gallen
Kerngruppe Zersiedelungsinitiative
076 523 80 38

 

www.zersiedelung-stoppen.ch

Junge GrĂ¼ne Schweiz | Jeunes Vert-e-s Suisse
Waisenhausplatz 21 | 3011 Bern
www.jungegruene.ch | info@jungegruene.ch