Medienmitteilung

Zürcher Polizei darf weiter schroten

Die Jungen Grünen bedauern, dass der Zürcher Kantonsrat heute die Chance verpasst hat, ein Gummischrotverbot in Zürich ernsthaft zu prüfen. Die Ablehnung des junggrünen Postulats zeigt, dass der Kantonsrat nicht bereit ist, die Einsatzmittel der Polizei zu reformieren.

Vor einem Jahr haben die Jungen Grünen zusammen mit ihrer damaligen Kantonsrätin Alma Redzic ein Postulat für ein Gummischrotverbot im Kanton Zürich eingereicht. Dieses hat der Kantonsrat heute deutlich abgelehnt. Die KantonsrätInnen verweigern sich einer seriösen Auseinandersetzung mit zeitgemässen polizeilichen Einsatzmitteln. Nur die Grüne/AL/CSP-Fraktion und einige wenige SP-Kantonsräte stimmten einer Überweisung des Postulats heute zu.

Dabei ist der Fall klar: Gummischrot gehört wegen seiner immensen Gefahr verboten. Allein im letzten Jahr gab es in der Schweiz zahlreiche Zwischenfälle, bei welchen Personen durch Gummischrot teils schwer verletzt wurden. An einer Demonstration in Winterthur verlor ein Mädchen vor einem Jahr beinahe ihr Augenlicht, selbiges Schicksal erlitt ein Fussballfan am diesjährigen Cupfinal.

Die Forderung der Jungen Grünen nach einem Gummischrotverbot ist keineswegs revolutionär oder radikal. Ein Blick nach Europa zeigt, dass nur die wenigsten Länder heute noch Gummischrot erlauben. Gerade weil eine so grosse Gefahr davon ausgeht. In Deutschland lehnt sogar die Polizeigewerkschaft den Einsatz von Gummischrot ab.

Diese Beispiele zeigen: Ein verhältnismässiger Einsatz von Gummischrot ist beinahe unmöglich. Zu unübersichtlich sind (Extrem-)Situationen, in welchen Gummischrot heute eingesetzt wird. Auch gegenüber den Polizistinnen und Polizisten ist es unfair, in solch schwierigen Situationen einen sachgemässen Einsatz von Gummischrot zu verlangen und in einem Tumult den Mindestabstand von 30 Metern einzuhalten. Oft prallen Geschosse auch von Boden und Wänden ab und erhalten so eine unberechenbare Richtung und Höhe.

Die Jungen Grünen halten an ihrer Forderung nach einem möglichst raschen Gummischrotverbot fest. Scheinbar war der konservative Kantonsrat mit seinen festgefahrenen Meinungen heute nicht der richtige Adressat für diese Forderung. Die Jungen Grünen werden ihren Plan aber weiterverfolgen.

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