21.03.2014

Medienmitteilung

Glencore GV: "Dirty Tony" is back!

Ab heute ist es definitiv: Der für die BP Öl-Katastrophe (Deepwater Horizon) verantwortliche Tony Hayward wird an der heutigen Generalversammlung zum neuen Verwaltungsratspräsidenten des Rohstoff-Riesen Glencore gewählt. Besserung ist mit diesem Entscheid kaum zu erwarten.

Nach der verheerenden Öl-Katastrophe 2010 im Golf von Mexiko mit mehreren Todesopfern und gewaltigen Umweltzerstörungen war überaus fragwürdig, welches geschäftliche Engagement Tony Hayward ernsthaft noch übernehmen dürfte. Internet-Communities machten dereinst scherzhaft Job-Vorschläge, HIER zum Beispiel als BP-Clown. Nun ist bekannt, wo „Dirty Tony“ Unterschlupf gefunden hat. Er wird an der heutigen Generalversammlung von Glencore zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt.

Heuchlerische PR-Offensive?
Die Einladung zu einem Treffen zwischen der Glencore-Spitze und den beiden Zuger Kritikern Andreas Lustenberger (Kantonsrat) und Jolanda Spiess-Hegglin (Präsidentin Alternativ-Grüne Zug), liess auf interne Veränderungen bei Glencore hoffen. Leider musste diese Hoffnung schon nach dem Gespräch und dann definitiv nach der angedrohten Klage gegen einen kritischen Buchtitel wohl begraben werden. Ein paar nette Worte, ein Show-Podium und ein „sustainability report“ reichen nicht aus, um die konstante Ausbeutung der Natur, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Zwangsumsiedelungen und desaströse Umweltverschmutzungen zu rechtfertigen.

Bund und Kantone müssen handeln
Nachdem seitens Glencore bestätigt wurde, dass in den Abbaugebieten oftmals korrupte Machtverhältnisse existieren, ist die Schweizer Politik in Zugzwang. Wir fordern den Bundesrat wie auch die Regierungen mit ansässigen Rohstofffirmen auf, die im bundesrätlichen Rohstoffbericht angekündigten Veränderungen endlich umzusetzen.

Indem Glencore in der Schweiz weiterhin keine Gewinnsteuern (trotz 5.9 Mrd Dollar Gewinn 2013) bezahlen muss, unterstützen wir in der Schweiz die miserablen Verhältnissen durch den Rohstoffabbau in den Entwicklungsländern indirekt. Es ist unsere Pflicht, diesen Geschäftspraktiken nicht länger tatenlos zuzusehen und klare Standards und Regulationen endlich national durchzusetzen.

Protest an der heutigen GV in Zug:

Foto 1

Foto 2

Andreas Lustenberger
Kantonsrat
076 523 80 38

Jonas Feldmann
Co-Präsident Junge Alternative
079 725 96 02

Junge Alternative Zug | Metallstrasse 5 | CH - 6300 Zug
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