Medienmitteilung

UBS will Universität in Rekrutierungszentrum umwandeln

Die UBS will die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich offensichtlich in ihr privates Rekrutierungszentrum umwandeln. Mit Bildung hat das nichts mehr am Hut. Die Jungen Grünen Zürich sind schockiert über die Details, welche im Vertrag zwischen der Universität Zürich und der UBS enthalten sind.

Die Schweizer Grossbank UBS möchte an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich mit rund 100 Millionen Franken ein Forschungszentrum finanzieren. Dieser Fakt ist schon lange bekannt und löste bei den Jungen Grünen Zürich schon bei der Bekanntgabe ein ungutes Gefühl aus. Dieses hat sich nun bestätigt.

Diese Woche wurden die Details des Vertrags zwischen der Universität und der UBS öffentlich. Die darin enthaltenen Stellen schockieren. Sie zeigen, dass es der UBS nicht und falls doch nur im entferntesten Sinne darum geht in eine gute Bildung der StudentInnen zu investieren. Viel mehr soll an der Universität Zürich ein Rekrutierungszentrum der Grossbank errichtet werden.

 

Scheinbar verwechselt die Grossbank eine Investition in Bildung mit dem Sponsoring für einen Grossanlass. So sollen Hörsäle in Zukunft mit «UBS International Center Hörsaal» beschriftet werden. Dieses Beispiel zeigt offensichtlich, dass die UBS die Universität als Werbeplattform missbrauchen will.

Viel schlimmer ist aber, dass die UBS auch in die inhaltlichen Fragen der gesamten wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät „integriert“ werden soll und sich von ihr gesponserte Dozenten regelmässig mit Bankenspezialisten austauschen müssen. Für die Jungen Grünen Zürich ist es höchst fragwürdig, ob damit die Unabhängigkeit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät noch garantiert ist.

Die UBS scheint zu vergessen, dass es nicht primäre Aufgabe der Universität ist Bankenspezialisten zu „produzieren“. Viel mehr muss eine vielfältige, kritische und detaillierte Bildung des wirtschaftswissenschaftlichen Stoffs vermittelt werden. Diese ist mit dem aktuellen Vertrag nicht mehr garantiert.

Die Universität Zürich muss sofort öffentlich Stellung beziehen.

Luca Maggi
Präsident JG Zürich
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