15.05.2020 Die Jungen Grünen begrüssen, dass ein neuer Artikel zum Klimaschutz in der kantonalen Verfassung aufgenommen werden soll. Die darin enthaltenen Bestimmungen sind jedoch ungenügend und verkennen das Ausmass der Klimakrise.

Medienmitteilung

Berner Klimaverfassungsartikel ist nötig aber ungenügend

2050 ist zu spät - wir brauchen Klimaneutralität bis 2030

Schätzungen des Klimarates zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Weltklima bei 1.5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau stabilisiert werden kann bei 50%, wenn alle Staaten bis 2050 Klimaneutralität erreichen(1). Bei einer Klimaerwärmung über 1.5 Grad Celsius ist es wahrscheinlich, dass z.T. irreversible Kipppunkte erreicht werden, die die Klimaerwärmung zusätzlich beschleunigen (2). Die Konsequenzen dieses Wandels gehen von häufigeren und stärkeren Starkwetterereignissen über steigende Meeresspiegel und massives Artensterben bis zu Millionen von Menschen, die vor ebendiesen Konsequenzen flüchten müssen (1 & 4). Schon nur sich am 1.5 Grad Ziel zu orientieren kommt also russisch Roulette auf Kosten unzähliger Menschen und insbesondere künftiger Generationen gleich. Von den Konsequenzen beim Verfolgen des unambitionierten 2 Grad Ziels noch gar nicht gesprochen. Die Jungen Grünen fordern deshalb, dass Kanton und Gemeinden ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität bis spätestens 2030 leisten.

Klimagerechtigkeit auch im Kanton Bern

Die Jungen Grünen kritisieren zudem die angestrebte starke Fokussierung auf die (kurzfristige) Wirtschaftlichkeit beim Klimaschutz. Gerade in einem Klimaschutzartikel sollte die Nachhaltigkeit als Ganzes und der Klimaschutz und dessen sozialgerechte Umsetzung im Speziellen im Fokus stehen und sich nicht der ökonomischen Dimension unterordnen müssen. "Die reichsten 10% der Welt verursachen fast 50% der Treibhausgasemissionen und im Gegensatz dazu sind die ärmsten Bevölkerungsschichten überdurchschnittlich stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen" sagt dazu Karim El-Koussy, Mitglied der Jungen Grünen. Deshlab fordern die Jungen Grünen eine sozialgerechte und rasche Umsetzung der Klimaschutzmassnahmen.

Challenge for Future

Am heutigen Tag der Challenge for Future wird die Dringlichkeit zu Handeln und der Klimakrise mit starken Massnahmen entgegenzutreten einmal mehr aufgezeigt. Auf unterschiedlichste Art und Weise wird heute darauf aufmerksam gemacht, dass es hier um unsere Zukunft, um die Zukunft der jungen und kommenden Generationen geht und wir uns diese nicht zerstören lassen wollen.

Unsere Vernehmlassungsantwort finden Sie hier.

 

Quellen:

1) IPCC (2018). Global Warming of 1.5C. An IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change, sustainable development and efforts to eradicate poverty.

2) Joeri Rogeli, Piers M. Forster et al. (2019). Estimating and tracking the remaining carbon budget for stringent climate targets.

3) World Bank (2018). Groundswell: Preparing for Internal Climate Migration. Washington, DC.

Elisabeth Dubler
Präsidentin Junge Grüne Kanton Bern
078 756 38 70

 

Karim El-Koussy
Mitglied Junge Grüne Kanton Bern
078 743 35 17

Junge Grüne Kanton Bern
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