Medienmitteilung

Bundesrat verkennt Dringlichkeit bei Agrarpolitik 22+

Klimakrise, Artensterben und belastetes Trinkwasser - mit diesen und weiteren Fakten ist die heutige Land- und Ernährungswirtschaft konfrontiert. Die Bevölkerung zeigt mit den bevorstehenden Pestizid-, Trinkwasser- und Massentierhaltungs-Initiativen welche Richtung eingeschlagen werden sollte. Die Jungen Grünen fordern ein konsequentes und sofortiges Handeln hin zu einer sozialen und ökologischen Landwirtschaft sowie eine zukunftsgerichtete Position des Bundesrates zur Agrarpolitik.

Mit dem Leitsatz der neuen Agrarpolitik - die AP22+ senke den ökologischen Fussabdruck und schaffe gleichzeitig Mehrwerte für die Schweizer Landwirtschaft und die Konsument*innen - spricht der Bundesrat einmal mehr grosse Worte mit wenig bis gänzlich gar keiner Verbindlichkeit. Weiterhin sucht man vergebens nach einem gesetzlich bindenden Absenkpfad für Pestizide, welchen die Jungen Grünen schon länger fordern. Auch die verstärkte Förderung der ökologischen Landwirtschaft oder einen Aktionsplan “Bioland Schweiz” sind im Vorschlag der neuen Agrarpolitik nicht zu finden. Bei der sozialen Absicherung der Landwirt*innen sollen einzig die Mindestanforderungen ins Gesetz geschrieben werden.

Das heutige Landwirtschafts- und Ernährungssystem hat viele Schwächen, dessen sind sich dank Dürresommer und Klimakrise alle bewusst. Landwirt*innen sind hohem wirtschaftlichen Druck ausgesetzt oder stehen vor dem Aus. Die Auswirkungen auf die Umwelt müssen zwingend reduziert werden um eine nachhaltige Landwirtschaft gewährleisten zu können. So fordern die Jungen Grünen:

  • Aktionsplan “Bioland Schweiz”: bis 2030 100% biologische Landwirtschaft

  • Verbot von synthetischen Pestiziden und Mineraldünger

  • Abschaffung der Massentierhaltung, eine Reduktion der Tierbestände und ein Importverbot von Futtermittel in die Schweiz

  • Mindestanforderungen für importierte Landwirtschaftserzeugnisse welche den inländischen nahe kommen sollten

  • Stärkere soziale Absicherung der Landwirt*innen

Wir Jungen Grünen fordern eine Agrarpolitik, welche es auch der nächsten Generation Landwirt*innen noch erlaubt, vielfältige und gesunde Produkte auf standortgerechte, faire, ökologische und gentechfreie Weise zu produzieren. So erwarten wir vom Parlament, dass es den aktuellen Entwurf der AP22+ stark verbessert und die geforderten Punkten mit einbezieht. 

Weitere junggrünen Positionen zur Agrarpolitik sind in unserem Parteiprogramm zu finden.  

Für weitere Auskünfte: 

Julia Küng
Co-Präsidentin Junge Grüne Schweiz
julia.kueng@jungegruene.ch
077 475 82 66

Dominik Waser
Geschäftsleitung Junge Grüne Schweiz / AG Landwirtschaft
dominik.waser@jungegruene.ch
079 313 98 02

Debora Zahn
Generalsekretärin Junge Grüne Schweiz
sekretariat@jungegruene.ch

Junge GrĂ¼ne Schweiz | Jeunes Vert-e-s Suisse
Waisenhausplatz 21 | 3011 Bern
www.jungegruene.ch | info@jungegruene.ch