Junge Grüne führten erste Plastic Attack Luzerns durch

Medienmitteilung

Junge Grüne führten erste Plastic Attack Luzerns durch

Nach London, Berlin und Zürich nun auch Luzern: Die Jungen Grünen riefen am 16. Juni zur
Plastic Attack auf und führten diese zusammen mit Interessierten durch. Mit dieser Aktion wurden
die Detailhändler aufgefordert, ihre Plastik-Verpackungen zu reduzieren.


Am 16. Juni um 14:00 fand vor dem Coop an der Winkelried-Strasse, Luzern, eine Plastic Attack statt.
Diese Aktion hatte zuvor schon in vielen Städten Europas stattgefunden. Dabei tätigten Aktivist*innen
und Kund*innen zunächst normal ihre Einkäufe. Danach packten sie diese aus: vor allem Gemüse
wurde von der Plastik-Verpackung befreit. Die Verpackungen wurden gesammelt und am Schluss in die
Filiale zurückbefördert, um die Detailhändler darauf aufmerksam zu machen, dass die Konsument*innen
diese unnötigen Plastik-Verpackungen nicht wollen. Nach der Aktion blieb ein ganzer Einkaufswagen
voller verschiedenster Plastikabfällen in der Coop-Filiale zurück. Zur Sensibilisierung der Bevölkerung
und der Detailhändler*innen wurde im Rahmen der Aktion auch ein offener Brief an Coop übergeben.
In diesem wird Coop aufgefordert, künftig auf unnötige Plastik-Verpackungen zu verzichten.


Die Schweiz hat ein Plastikabfallproblem. Mit jährlich 100 kg pro Kopf ist die Abfallmenge drei Mal so
hoch wie der europäische Durchschnitt. „Nebst dem, dass diese Verpackungen meist vollkommen unnötig
sind, also einfach schlicht weggelassen werden könnten, ist in der Schweiz ein weiteres Problem,
dass es kein flächendeckendes Plastik-Recycling gibt“, so Carlo Schmid, Vorstand der Jungen Grünen
Luzern. So wird der Abfall einfach verbrannt, was eine enorme Umweltbelastung darstellt. Auch Plastik-
Abfall in Gewässern ist ein gewaltiges Umweltproblem: Eine Plastik-Flasche überdauert circa 450 Jahre,
bis sie vollkommen zersetzt ist. In der Zeit dazwischen stellt sie eine Lebensbedrohung für sämtliche
Lebewesen im Gewässer dar, die die Plastik-Teile essen und daran kläglich verenden.

Offener Brief an Coop:

Geschätzte Coop-Leitung und geschätzte Mitarbeitende


Am Samstag, 16.06.2018 fand im Coop an der Winkelriedstrasse in Luzern eine Plastik-Attack statt.
Bei dieser Aktion kauften Aktivist*innen und Kund*innen normal ihre Lebensmittel ein. Danach packten
sie diese vor der Filiale aus und brachten am Schluss die Plastik-Verpackungen in den Laden zurück.
Mit dieser Aktion wollten sie darauf aufmerksam machen, dass sie diese unnötigen Verpackungen
nicht wollen.


Coop legt viel Wert auf ein nachhaltiges Image. «Mehr als 350 Taten statt Worte», schreibt Coop auf
seiner Webseite. Wir schätzen das Engagement von Coop für eine nachhaltige Geschäftsführung. Im
Bereich Plastik-Verpackungen sehen wir noch grossen Verbesserungsbedarf.
Besonders ist es uns ein Dorn im Auge, wie viele Nahrungsmittel in Plastikverpackungen eingepackt
sind. Unmengen von Plastik landen als Folge davon im Abfall und werden verbrannt. Dies stellt eine
riesige Umweltbelastung dar. Wir wünschten allgemein viel weniger Plastik-Verpackungen. Beispielsweise
könnte man beim Bio-Gemüse auf Plastik-Verpackungen verzichten und sie stattdessen mit einem
Kleber oder Stempel beschriften. Bei anderen Produkten könnte man auf gut rezyklierbare Materialien
setzen. Wenn Plastik, dann vermehrt PET, welches dann auch entsprechend recyclet werden
kann. Oder warum nicht einen grösseren Schritt wagen und versuchsweise eine Unverpackt-Filiale
eröffnen? Wie wärs: „Tat Nr. 363: Gemüse ausschliesslich ohne Verpackung angeboten“?
Wir wünschten uns Entwicklungen in diese Richtung und sind überzeugt, dass dieser Mut zur Veränderung
belohnt werden würde, da es einen stets zunehmenden Teil der Kundschaft gibt, dem Nachhaltigkeit
am Herzen liegt. Dies erkennt man auch daran, dass wieder vermehrt an Märkten und in
Bio- oder Unverpackt-Geschäften eingekauft wird.


Wir sind gespannt auf weitere Entwicklungen in die richtige Richtung und würden uns über eine Antwort
von Ihnen freuen.


Freundliche Grüsse


Junge Grüne Kanton Luzern

Kontaktangabe:
Jona Studhalter
Mediensprecher
078 637 39 51
jona.studhalter@jungegruene.ch