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Haben sie Gripen?

Marcel Bührig, 11.04.2014

Ueli hat uns doch ehrlich gesagt alle getäuscht, vor nicht einmal 4 Jahren, also 2010, verkündete das VBS das man vorerst keine neuen Kampfjets kaufen wolle und auch nicht müsse. Die, damals noch, 33 F/A-18 würden noch ohne Probleme die luftpolizeilichen Aufgaben übernehmen können.

Naja, da hat er entweder seine Meinung geändert oder er hat uns einfach alle hinters Licht geführt, nun sind aber wir Stimmbürger an der Reihe und können im den Kauf ganz einfach verbieten in dem wir ihm das Geld dazu verweigern, denn es geht nicht um ein paar Millionen, sondern um Milliarden alleine für die Anschaffung der IKEA-Flieger, die GSoA rechnet weitere 7 Milliarden für Unterhalt, Wartung usw. vor. Das wären 10 Milliarden und das ist keine kleine Summe die der Gripen uns kosten würde. Vor allem in Zeiten in dem, laut bürgerlicher Parlamentsmehrheit, man viel Geld bei Sozialem und der Gesundheit einsparen muss, aber sicher nicht bei teuren Kampfjets. Ja nicht bei Ueli’s Spielzeug.

Notwendigkeit nicht gegeben

Die Schweizer Luftwaffe verfügt auch ohne Tiger über 32 einsatzfähige Kampfjets, für ein Land in der Grösse der Schweiz ist das schon äusserst viel. Die Finnische Luftwaffe verfügt über 54 F/A-18, das sind rund 68% mehr, die Fläche des Landes ist aber um rund 820% grösser. Und Finnland wurde von Terroristen und anderem noch nicht heimgesucht und komplett zerstört. Ausserdem wurden die F/A-18 erst 1997 angeschafft, bei den U.S. Streitkräften wurde sie bereits Anfang der 80er-Jahre eingesetzt und ist dort auch immer noch im Dienst. Aber in 10 oder 15 Jahren, können wir gerne über einen Ersatz der F/A-18 reden, aber heute ist das nicht notwendig, denn die Schweizer Luftwaffe ist gut ausgerüstet und kann sich, auch auf die europäischen Freunde verlassen.

 

Was man mit dem Geld alles machen könnte

Mit 10 Milliarden kann man sich so einiges kaufen, ziemlich viel Blödsinn, wie zum Beispiel schwedische Kampfjets, aber man könnte auch sehr viel Intelligentes damit machen, z.B. könnte man das Geld in die Ausbildung von Pflegefachkräften, in die Schulbildung oder auch in die Infrastruktur investieren. Die sinnvollen Einsatzmöglichkeiten für soviel Geld sind fast unbeschränkt. Kampfjets gehören sicherlich nicht dazu.

 

Plan B

Ich hab mich ja schon stark gewundert, als SIK-NR Präsident Hutter den Plan B verkündet hat. Mir wurde ja immer weiss gemacht die SVP sei die Partei, die den Volkswillen schützt und beschützt. Naja, eigentlich hätten uns Alpeninitiative, Städteinitiative & Kulturlandinitiative zeigen sollen, dass sie das nur sagt, aber nicht viel dahinter steckt. Ein Plan B mit der Unterbringung im ordentlichen Budget, oder mit einer Miete der Kampfjets, wäre ein politischer Affront gegenüber dem Stimmbürgern, denn er macht genau, das was der Stimmbürger vielleicht verhindern wollte. Ich vermute mal das sich das VBS an die Spielregeln hält und einen Plan B sicher nicht umsetzen würde.

Als Fazit kann man nur ziehen das der Gripen verdammt teuer und verdammt unnötig ist. Die sicherheitspolitische Notwendigkeit ist nicht gegeben, hat Bundesrat Maurer im Herbst 2010 selbst noch bekräftigt und die Kosten sind exorbitant, für einen Flieger der notabene bisher nur auf dem Papier existiert. Das wäre schon ein Wagnis. Mit 10 Milliarden kann man soviel Anständiges machen, man könnte das Budget entlasten, ausnahmsweise mal nicht auf Kosten der Armen und Schwachen, oder man könnte das Geld auch in sinnvolle Projekte wie z.B. der Friedensförderung investieren, wenn wir am 18. Mai NEIN sagen, kommt das Parlament vielleicht endlich mal wieder auf eine gute Idee.

Über den Autor

Marcel Bührig

Gemeinderat Stadt Zürich, Vize-Fraktionspräsident
Vorstand Junge Grüne Zürich

Durch den steigenden Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten wurde ich politisiert. Und für den Schutz von Minderheiten und den unbedingten Kampf für Grundrechte, MigrantInnenrechte und Menschenrechte setze ich mich auch weiterhin ein. Diskriminierung sollte man nur noch in Geschichtsbüche...

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