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Klima


Mitlerweile sprechen alle von Klimaschutz.
 Jede grössere Firma hat einen Nachhaltigkeits-Report und preist an, was alles für die Umwelt, das Klima und die Mitmenschen getan wird. Man könnte glauben, das Ziel seie erreicht. Es wird darüber gesprchen und die Firmen engagieren sich aus Eigenverantwortung.

Wir bezeichnen das Verhalten der Firmen als Greenwashing. So tun als ob. Die Realität sieht nämlich anders aus. Wir zeigen hier anhand von einigen Beispielen, dass es keine Eigenverantwortung gibt und dass Firmen nur aussen grün sind.

Greenwashing bei Land Rover

Greenwashing von LandroverDie „Fragile Earth“-Initiative von Land Rover verkörpert unser anhaltendes Engagement, um sicherzustellen, dass der Einfluss unserer Aktivitäten auf die Umwelt so gering wie möglich ist. (www.landrover.com, 30.05.2010)

Land Rover gehört zu jenen Auto-Produzenten die besonders grosse und ineffiziente Fahrzeuge produzieren. Zusammen mit allen anderen Autoherstellern wehren sie sich auf allen Ebenen gegen Massnahmen im Klimaschutz.So lobbiierten sie beispielsweise im Europäischen Parlament gegen das CO2-Gesetz für Personenwagen.

Als Nachhaltig gilt, wenn pro Jahr und pro Person auf dem Planeten nur eine Tonne CO2 ausgestossen wird.
Wer mit dem Range Rover HSW (294 gCO2/km) im Jahr 10'000 Kilometer fährt, produziert bereits 3 Tonnen CO2 pro Jahr. Dazu kommt aber noch die Heizung, die Produktions von Lebensmitteln und anderen Konsumgütern. Wird alles einberechnet, so ist das locker das 10 oder 20-fache von dem was als Nachhaltig gilt.
 

Greenwashing bei Erdgas

Greenwashing von ErdgasSchön, dass Erdgas immer beliebter wird: 25% weniger CO2-Emissionen als Heizöl und kein Feinstaub – so schont Erdgas das Klima und sorgt für saubere Luft.

Es ist zwar richtig, dass bei der Verbrennung von Erdgas ein Viertel weniger CO2 entsteht als bei Erdöl. Deshalb von Klimaschutz und grüner Energie zu sprechen ist absurd, denn Erdgas ist fosil genau so wie Erdöl. Eine Nachhaltige Gesellschaft verbraucht keine fossilen Ressourcen und damit weder Kohle noch Gas oder Öl. Der Umstieg auf Erdgas bringt nichts, weil Erdgas kein Zwischenschritt ist von der fosilen Gesellschaft zur nachhaltigen Gesellschaft. Die Zukunft besteht darin, dass Häuser keine Energie mehr brauchen (Passiv Haus) und somit auch kein CO2 emittieren. Mit einer Erdgas-Heizung einfach etwas weniger CO2 emittieren, das reicht nicht.
 

Wieso der Markt keinen Klimaschutz macht

Eine Firma bleibt eine Firma. Sie befindet sich im Wettbewerb mit den anderen Firmen auf dem Markt. Ziel des Marktes ist es, dass der Wettbewerb motiviert gute und günstige Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Dabei gewinnt jene Firma, die das beste Preis-Leistungsverhältnis hat.
Will eine Firma Klimaschutz betreiben ist das in den meisten Fällen mit Kosten verbunden. Fosile Energien sind halt günstiger als erneuerbare. Diese Kosten müssen natürlich auf ein Produkt abgewälzt werden. Das Produkt wird also teurer und ist weniger konkurrenzfähig. Das heisst also, dass eine Firma, die zuviel Klimaschutz betreiben möchte, früher oder später Konkurs gehen wird. Da hilft es nicht mal, wenn die Firma ihr Produkt als klimafreundliche bewirbt, denn das machen bereits alle Firmen. Der Markt sorgt zwar für gute und günstige Produkte, aber nicht für Klimaschutz. Dafür braucht es die Politik.

Wie die beiden Beispiele oben zeigen, gibt es sogar Firmen, die gar nicht nachhaltig wirtschaften können. So ist es das fundamentale Interesse der Erdgas-Vereinigung Erdgas zu verkaufen und dieses ist nun halt mal fossil und klimaschädlich. Genauso ist es das Interesse von Land Rover schwere und grosse Autos zu verkaufen. Mit Klimaschutz lässt sich das nicht vereinbaren. Wenn diese Firmen nun tatsächlich Klimaschutz machen wollten, dann müssten sie sich auflösen. Ist sehr verständlich, dass sie das nicht machen. Wiederum: Es braucht die Politik um Klimaschutz zu betreiben.
 

Was wäre die Aufgabe der Politik?

Es wäre die Aufgabe der Politik dem freien Markt so Grenzen zu setzen, dass er das Klima nicht zerstört. Der Markt selber soll möglichst frei sein. Somit kommen seine Vorteile am besten zum Zuge. Wenn die Politik Gesetze schafft, die ohne Ausnahme für alle Firmen und Personen gelten, beschränkt das den freien Markt nicht. Alle Teilnehmer haben immer noch die gleichen Chancen wie die anderen Markt-Teilnehmer. Der Markt ist fair. Das Klima wird geschützt. Das könnte zum Beispiel so geregelt werden, dass die Energie künstich verteuert wird (durch den Staat). Damit wird sparsamer mit Energie umgegangen. Es besteht ein finanzieller Anreiz dazu.

Die Realität sieht ander aus. Politik und Wirtschaft sind nämlich nicht getrennt. Die Wirtschaft hat einen grossen Einfluss auf die Politik. So verhindern die wirtschaftlichen Interessenvertreter grifige Massnahmen im Klimaschutz. Die Wirtschaft hat genügend Geld um auch grosse Kampagnen zu fahren, um der Bevölkerung Angst zu machen: "Du verlierst deinen Arbeitsplatz, wenn wir die Energie verteuren.", "Du verlierst deine Freiheit, wenn wir Grenzwerte für Fahrzeug-Emissionen einführen.". Die Umwelt erzielt leider keinen Umsatz, sie ist gratis. Die Parteien, welche ihre Interessen vertreten (zum Beispiel wir, die Jungen Grünen) haben folglich vergleichsweise wenig Geld zur Verfügung für solche Kampagnen.

Darum ist es wichtig Politik und Wirtschaft zu entflechten. Die Politiker sollen Entscheide unabhängig und frei fällen können. Ein erster Schritt wäre es, dass die Parteien ihre Finanzierung offenlegen müssten. Damit würde besser ersichtlich, welche Parteien von welchem Wirtschaftszweig wieviel Geld erhalten. Das ist der erste Schritt um die politische Korruption in der Schweiz einzudämmen.
 

Weshalb braucht es die EU?

Vorausgesetzt der Wille wäre nun da für politische Massnahmen im Bereich Klimaschutz. Wenn die Politik in einem einzelnen Land entsprechende Grenzen setzt für den Markt (wie beispielsweise höhere Energiepreise), dann steht dieses Land im Standort-Wettbewerb mit den umliegenden Ländern schlechter da. Es besteht die Gefahr, dass Firmen im Ausland konkurrenzfähiger sind, weil sie keine entsprechenden Einschränkungen haben. Die Firmen im entsprechenden Land haben einen Nachteil, gegenüber den Firmen im Ausland. Der Markt kann also nicht spiele, da die Bedingungen ungleich sind. Die inländischen Firmen werden verlieren.

Es liegt nun auf der Hand, dass diese Rahmenbedingungen für den Markt auf einer höheren Ebene geregelt werden müssen. Diese höhere politische Ebene heisst EU. Die EU kann die Rahmenbedingungen setzen für Klimaschutz. Wenn das nun in allen europäischen Staaten umgesetzt wird, ist der Markt wieder fair. Alle Teilnehmer haben die selben Möglichkeiten.

Nun muss der Markt aber von amerikanischen und asiatischen Produkten geschützt werden. Sonst haben die europäischen Firmen wieder ein Nachteil gegenüber den Firmen in Amerika oder Asien. Die importieren Produkte müssten also von der EU künstlich verteuert werden. Die EU ist zudem genug mächtig, um diese Zölle durchzusetzen. Solche Zölle sind nämlich wegen Verträgen mit der Welthandels-Organisation WTO nicht gestattet.

Grosse Firmen agieren längst global. Die Politik muss dies auch tun. Mit dem kleinräumigen Denken können die heutigen Probleme nicht gelöst werden. Deshalb ist es gerade im Bereich Klimaschutz essentiell, dass die Schweiz der EU beitritt und beginnt in grösseren Massstäben zu denken.